Tiere der Antarktis

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Die Antarktis, die durch die Entdeckung der Magellanstraße durch den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan im sechzehnten Jahrhundert für eine spätere Erforschung zugänglich gemacht wurde, ist ein relativ großes Naturreservat mit einfach strukturierten Ökosystemen, das zahlreichen Vögeln und landbewohnenden Tierarten einen einzigartigen Lebensraum bietet. Besonders die verschiedenen Pinguinarten in der Antarktis geben dieser Region ihren ganz besonderen Charakter.

Pinguine, die zu den flugunfähigen Vögeln gehören und ausschließlich auf der Südhalbkugel beheimatet sind, sind hervorragend an die zum Teil extremen Kältezonen der südlichen Hemisphäre angepasst. Sie zeichnen sich durch einen stämmigen Körperbau sowie durch schmale, zu Flossen umfunktionierte Flügel aus, die ihnen, zusammen mit dem insgesamt stromlinienförmigen Körperbau, eine flinke Fortbewegung unter Wasser ermöglichen.

Die wohl bekannteste und auch größte Pinguinart ist der Kaiserpinguin, der bis zu 1,30 Meter groß und bis zu 37 Kilogramm schwer werden kann. Er ist zudem die einzige Pinguinart, die während des lebensfeindlichen antarktischen Winters, in den Monaten Mai und Juni, mit dem Brüten beginnt. Dazu wandern Kaiserpinguine bis zu zweihundert Kilometer landeinwärts zu ihren Brutplätzen, wo im April die Paarungszeit mit der Balz erfolgt. Das Weibchen legt ein einziges Ei von rund 450 Gramm und überlässt es anschließend ihrem Partner, um die Kolonie vorerst zu verlassen und im Meer auf Nahrungssuche zu gehen. Das Ausbrüten ist die Aufgabe des Männchen. Hierfür legt es sich das Ei auf die Füße, bedeckt es mit seiner Bauchfalte und trägt es auf diese Weise mit sich umher. Die brütenden Männchen bleiben in der Brutkolonie zusammen und wechseln dabei regelmäßig ihre Position, sodass abwechselnd verschiedene Individuen im Inneren der Gruppe und damit von der Witterung geschützt brüten können. Nach etwa zwei Monaten Brutzeit schlüpfen die Küken. Sie bekommen ihre erste Nahrung in Form vorverdauten Fischs von der Mutter, die sich von da an die Brutpflege mit ihrem Männchen teilt. Solange Mutter- und Vatervogel mit der Nahrungssuche beschäftigt sind, schließen sich Jungpinguine in sogenannten Kindergärten zusammen, großen Gruppen, in denen sie dicht aneinander gedrängt stehen, um sich so vor Kälte und Witterung zu schützen. Erst im Alter von etwa einem halben Jahr verlassen die Jungvögel ihre Kolonie. Es dauert bis zu sechs Jahren, bevor sie dorthin zurückkehren, um selbst ein Junges großzuziehen.

Die zweitgrößte Pinguinart ist der Königspinguin, der nicht ganz einen Meter groß wird und auf den subantarktischen Inseln in riesigen Kolonien brütet, die das ganze Jahr hindurch besetzt sind. Wie auch die Kaiserpinguine bringen sie nur ein einziges Junges zur Welt, das sie zuvor auf ihren Füßen unter einer Bauchfalte ausgebrütet haben. Die Aufzucht des Jungtieres ist auch hier Aufgabe beider Eltern. Erst nach elf bis dreizehn Monaten ist ein Brut- und Aufzuchtzyklus durchlaufen, das Jungtier ist selbstständig und die Eltern können mit einer erneuten Balz und Paarung beginnen.

Anders als ihre großen Verwandten, die Kaiser- und Königspinguine, erreichen die Adeliepinguine nur eine Größe von knapp siebzig Zentimetern und zählen damit zu den mittelgroßen Pinguinen. Sie leben als einzige Pinguinart neben dem Kaiserpinguin auf dem Hauptteil des antarktischen Kontinents und sind von allen antarktischen Pinguinarten die häufigsten. Anders als die Kaiser- und Königspinguine ziehen Adeliepinguine jährlich im Schnitt zwei Junge groß, da sie nur eine kurze Brutzeit von etwa 36 Tagen benötigen und der Weg zu den Brutkolonien in der Regel nur zwischen dreißig und vierzig Kilometern beträgt.

An Land haben Pinguine nur wenige natürliche Feinde, da die Brutkolonien isoliert gelegen sind. Lediglich in Küstennähe droht Gefahr von Walen sowie von verschiedenen Arten von Robben, die häufig im flacheren Wasser in der Nähe der Brutkolonien patrouilliern und so zur Gefahr für die nahrungssuchenden Elterntiere werden.
Lediglich von Eisbären haben Pinguine nichts zu befürchten. Dieses größte Landraubtier überhaupt ist auf der nördlichen Hemisphäre beheimatet und kann so ausschließlich den Tieren der Arktis gefährlich werden.